Mittwoch, 9. November 2016

Gedankenaustausch: Die Entwicklung bei Youtube und Blogs & meine eigenen Selbstzweifel

Schon lange wollte ich eine Art "Rubrik" eröffnen, in der ich regelmäßig über Themen mit euch spreche, die mir im Kopf herumschwirren. 
Die liebe Therese schreibt auf ihrem Blog ebenfalls ab und zu über Themen wie Blutspenden oder auch in der Öffentlichkeit "angegafft" zu werden. Schaut auf jeden Fall mal vorbei, ich finde einen solchen Themenaustausch immer sehr spannend! 

Bei mir soll es heute um das Thema Blogs und auch Youtube gehen.
Folgendes entspricht meiner Meinung, jeder darf natürlich eine andere Meinung dazu haben. Außerdem ist mir klar, dass ich hier nicht jeden über einen Kamm scheren kann und das tue ich auch nicht. :)

Dass die Welt von Youtube seit einiger Zeit nicht mehr die ist, die sie vor 4-5 Jahren noch war, ist offensichtlich. Soziale Medien haben immer mehr an Bedeutung gewonnen und davon profitierte natürlich auch Youtube. Plötzlich schossen immer mehr Kanäle aus dem Boden und immer mehr Mädels wollten uns ihre Beauty-Tricks verraten, was toll ist. Natürlich dauerte es nicht lange, bis die Sponsoren den Hype um Youtube ebenfalls rafften und plötzlich gab es für YTer riesen Werbedeals mit z.B. Autofirmen, gesponserte Auslandsaufenthalte, Events und und und. Der Kommerz, das Streben nach Profit, ist nun gefühlt allgegenwärtig. Youtube ist kein reines Hobby mehr - bei vielen ist es ein Job geworden. Natürlich bietet dies tolle Möglichkeiten, aber dennoch hatte es den bitteren Beigeschmack, dass Youtube nur noch wenig mit den sympathischen, privaten Videos zu tun hatte, wo jeder gedreht hat, was und wie er wollte. Inzwischen gibt es "Trends", und vieles ist immer nur noch das Gleiche - man denke an die Welle von Morgen- und Abendroutinen, die vielen "XXL 61527383 Millionen Euro DM Haul *whatsappsmiley* *whatsappsmiley*" usw..

Beim Bloggen ist dies nicht anders.. Viele wissen vielleicht nicht, dass mein Blog bereits seit 2011 existiert und dass ich dort bis ins Jahr 2012 sehr aktiv war. 2013 und 2014 bloggte ich dann so gut wie gar nicht und begann 2015 wieder und was soll ich sagen, plötzlich kam ich mir vor, wie in einer neuen Welt. Die Bloggerwelt hatte nichts mehr mit der kleinen Community von damals zu tun, wo jeder irgendwie gemacht hat, wo Fotos noch auf dem eigenen Bett, Schreibtisch oder Fensterbrett gemacht wurden, scheiss drauf, hauptsache, das Produkt ist erkennbar. Plötzlich schwang ein unausgesprochener "Qualitätsdruck" in der Luft. Auch war der Content nun anders. Mehr PR-Samples, Texte und Fotos wirkten teilweise hochprofessionell usw.

Versteht mich nicht falsch: Mir ist klar, dass Dinge sich immer weiterentwickeln und dass die gestiegene Qualität der Beiträge - sei es auf Youtube oder bei Blogs - natürlich auch schön ist, aber es ist eben alles inzwischen sehr professionell. Fotos werden inzwischen perfekt von allen Seiten ausgeleuchtet, statt sie einfach mit dem Blitz der Kamera zu machen; Produkte werden auf Marmoruntergründe drapiert, statt auf dem eigenen Schreibtisch oder sonst wo, werden mit tausenden Deko-Artikeln bestückt und und und. Dass man mit der Zeit besser in dem wird, was man tut, ist klar. Auch meine Bilder sind qualitativ besser, als sie es früher waren. Das sind Entwicklungen, die einfach automatisch passieren, aber ich finde die Entwicklung in den sozialen Medien geht eben darüber noch hinaus. Denn meine Produktbilder sind nicht NUR besser geworden, weil ich jetzt vielleicht eine andere Kamera habe als damals, sondern auch, weil ich mich ein Stück weit dem beuge, was in der Bloggerwelt inzwischen "Qualitätsstandard" ist.

Oft, ehrlich gesagt viel zu oft, plagen mich Selbstzweifel. Ich sehe andere Blogs und finde alles besser: die Art, wie sie das Produkt hinlegen, die Ausleuchtung, die Deko usw. Ich bin dann oft unzufrieden mit meinen eigenen Bildern und ihr alle könnt mir vermutlich bestätigen, dass Unzufriendeheit Gift ist. Manchmal habe ich dann schon gar keine Lust mehr, Fotos von irgendeinem Produkt zu machen, weil ich sowieso weiß, dass ich wieder unzufrieden sein werde. Es klingt so blöd nach "früher war alles besser", aber früher war sowas eben nicht so. Da war noch nicht jeder so versessen darauf, die perfekten Studio-Fotos zu haben. Manchmal fremdel ich noch immer mit der heutigen Bloggerwelt und manchmal kotzt mich diese ganze Professionalität auch einfach nur noch an, um es mal derbe auszudrücken :D Manchmal vermisse ich die Zeiten, wo das Bloggen einfach nur ein kleines, einfaches Hobby war.

Zuletzt noch als kleine "Klarstellung": Ich habe blogge sehr gerne und auch, wenn ich jetzt hier über einiges gemeckert habe, habe ich Spaß an dem, was ich tue, sonst würde ich es ja nicht machen! :)

Was sagt ihr zu dem ganzen Thema? Wo könnt ihr mir zustimmen, wo habt ihr eine andere Meinung?

Machts gut, eure Mona <3


Kommentare:

  1. Liebe Mona,
    toll, dass du auch so eine Rubrik jetzt machst und ich freue mich schon viel mehr davon zulesen und vielen Dank fürs Verlinken.
    Und jetzt...wow...ohne Spaß, ich würde den Post grad so kopieren und bei mir veröffentlichen, weil ich einfach GENAU deiner Meinung bin, aber volles Rohr. Ich widerspreche dir in keinem Punkt, weil ich alles so sehe.
    Mich nervt es, dass alles super wunderkrasse Qualität haben muss, eh sorry, ich mach das als Hobby und nicht um in irgendwelchen Magazinen abgelichtet zu werden, da muss halt die Handyqualität reichen und einen Lichterwürfel könnt ihr knicken. Wer da keinen Bock drauf hat, kann gerne wegbleiben. Denn ich habe keine Lust auf Leute die nur meinen Blog aufgrund der Bildqualität beurteilen sondern nach dem was dahinter steckt.

    Gerade eben, bevor ich auf deinen Post geklickt habe, habe ich das auf Youtube gesehen "XXL 61527383 Millionen Euro DM Haul *whatsappsmiley* *whatsappsmiley*" und mir kam schon wieder fast das kotzen :D Hab ich kein Bock drauf...:D

    Du wirst mir von Tag zu Tag sympatischer und ich finde du ganz stolz haben, so einen tollen Blog zu haben und eine so tolle Persönlichkeit!
    Liebste Grüße und eine dicke Umarmung!
    Therese

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    1. Gut wäre auch, wenn man Deutsch könnte :D Aber das passiert, wenn ich so euphorisch bin :D
      :*

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  2. Guten Morgen Mona,

    seit knapp 5 Jahren lese ich Blogs und muss sagen, dass mir die Entwicklung was Fotos angeht auch schon aufgefallen ist. Alles wird professioneller, wie in einer Kampagne. Es geht nicht mehr um das Produkt, sondern um das Präsentieren und in Szene setzen. Die Outfits werden ja bei einigen schon von Fotografen geschossen. Früher waren es noch Klamotten von H&M, Zara und Co und heute sind es Designer...

    Ich bleibe lieber bei meinem kleinen Blog und dem Konzept...ohne Druck!

    viele liebe Grüße :-*
    Melanie / www.goldzeitblog.blogspot.de

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  3. Verstehe deine Gedanken total.
    Die Professinoalität anderer Blogger stellt einen selbst total unter Druck. Finde es aber wichtig, dass jeder für sich selbst entscheidet, wie er seinen Blog gestaltet. Auch ein simpler, einfacher Blog kann total spannend und schön anzusehen sein :)

    Liebe Grüsse
    Swenja

    http://www.overtheview.ch

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  4. Hallo Mona :),

    du schreibst genau das in der langen Fassung, was ich bei deiner Tag Beantwortung in ein paar Sätzen zusammengefasst habe.
    Der Druck steigt - viele Leute fühlen sich dadurch "minderwertig" weil sie nicht mithalten können und der einzige der dabei verdient sind die Firmen und die bezahlten Blogger.

    Ich muss sagen - mir ist es egal. Für mich bleibt Bloggen und mein Instacount ein privates Hobby - dass ich dann und so mache wie und wann ich gerade Spaß habe :)
    Wenn sich einer auf meine Seite verirrt und das , was ich zeige und geschrieben habe, spannend findet und ich einem mit meinen Tipps helfen konnte freut mich das.

    Für einen guten Blogg/YT Kanal muss man auch sehr einseitig sein, damit es eine bestimmte Zielgruppe trifft.

    Dafür bin ich eh zu vielseitig xD

    Liebe Grüße und mach die um andere keinen Kopf was die denken ;)

    Nina

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  5. Ich kann dich total verstehen! Blogs nähern sich einfach immer mehr Hochglanzmagazinen an, von denen sie sich ja am Anfang eigentlich distanzieren wollten. Es ging am Anfang einfach viel mehr um das authentische und das näher am Leser sein. Das geht immer mehr verloren!
    Liebe Grüße
    Sarah

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  6. Ganz toller Beitrag! ich kann das nur unterstreichen, was Du zur Entwicklung in der Bloggerwelt schreibst. Ich blogge ja auch bereits seit 2010 und hatte einige längere Pausen und irgendwann hatte ich dann auch das Gefühl, dass ich nimmer mitkomme. Ganz schlimm wurde es dann als auf allen Blogs tolle Tipps gegeben wurden, wie man seinen Blog vorantreibt, inkl. Seo und Followerzahlen....je lauter die alle wurden und eifrig mitmachten, umso leiser wurde ich und habe mich erst einmal eine Weile verpisst auf gut Deutsch ^^ mir tat das Bloggen gar nicht mehr gut. Aber dann habe ich gemerkt, dass mir etwas sehr fehlt und ich dachte, es ist doch scheißegal, was andere machen, selbst, wenn in der Woche nur 10-20 Leute auf den Blog kommen, die wollen Dich aber lesen, mach einfach Dein Ding und gut is. Mich interessieren keine Hochglanzfotos, mich interessieren auch keine 80 Dekoartikel auf einem Bild, so dass das eigentliche Produkt schon mit den Augen abgesucht werden muss, so ungefähr...und über die Eifrigkeit mancher lache ich, das sage ich Dir ganz ehrlich :). Ich gucke mir auch gern schöne Fotos an, gar keine Frage und meine Fotoqualität ist bescheiden, auch, wenn ich Fortschritte gemacht habe. Aber ich kaufe mir für einen Hobbyblog sicher keine teure Kamera oder sonstiges Equipment. Was ich habe, muss reichen und wem das nicht gefällt, darf gerne woanders lesen, gibt ja Beautyblogs wie Sand am Meer :) Liebe Grüße!

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