Montag, 9. Januar 2017

Gedankenaustausch: Blogposts gegen Geld schreiben

Heute wird es Zeit für meinen dritten Post in der Rubrik "Gedankenaustausch". Anfang November habe ich HIER über die Entwicklung von Youtube und Co. geschrieben, mitte Dezember habe ich mit euch HIER über das Thema Terror gesprochen. Heute geht es aus aktuellem Anlass über ein Thema, was sich sehr in das Schema des ersten Gedankenaustausch-Posts eingliedert.
Vor einigen Wochen bekam ich per Mail eine Anfrage einer Firma, gegen Geld ihre Website in einem Post zu bewerben. Ich will jetzt nicht konkret darauf eingehen, wer, wie, wo. Für mich war der Drops schnell gelutscht, solange ich kein Produkt dieser Website selbst getestet habe, hätte ich niemals blind die Website für euch hier vorgestellt und beworben, ohne zu wissen, ob das dort angebotene Angebot überhaupt qualitativ ist. Dies war jedoch nicht Teil der Anfrage dieser Firma, es ging, um konkret zu werden, darum, einen Werbe-Post für die Website auf meinem Blog zu schreiben und dafür hätte es 20 Euro gegeben. Wie gesagt, die Sache war sofort für mich gegessen, weil ich euch im Leben nichts empfehlen werde, was ich nicht selbst getestet habe. 

Was ich jetzt schreibe, soll niemanden angreifen, der dies anders sieht. Es ist lediglich meine Meinung, die ich mitteilen möchte. 

Ich habe in den letzten paar Tagen nun zufällig einige Blogs gesehen, die anscheinend die gleiche Anfrage von der gleichen Website bekommen haben und diese angenommen haben, den Post verfasst haben und dann vermutlich auch das Geld dafür erhalten haben. Bei zwei Blogs war nicht mit einem Wort, Zeichen o.ä. gekennzeichnet, dass es sich um Werbung handelt. Dass es jedoch gesetzlich geregelt ist, dass Werbebeiträge deutlich vom "privaten" Inhalt des Blogs getrennt werden müssen durch Worte wie "Anzeige", "Werbung" etc., sollte eigentlich den meisten inzwischen bewusst sein. 

Versteht mich nicht falsch, ich möchte keinesfalls gegen Blogger-Kolleginnen hetzen oder sie anschwärzen, ich nenne keinerlei Namen und dabei bleibt es natürlich, so etwas würde ich niemals tun und im Endeffekt muss und darf jeder entscheiden, was er mit seinem Blog anstellt. Aber dennoch fand ich es einfach wert, darüber mit euch zu sprechen. Nennt mich naiv, aber ich persönlich finde es unmoralisch, einen privat geführten Blog dafür zu nutzen, gegen ein Entgeld eine Website anzupreisen, von der man weder weiß, wie seriös sie ist, noch die Qualität der Produkte und den Ablauf der Bestellung, Bezahlung usw kennt. Von der fehlenden Kennzeichnung, dass dies nur Werbung ist und man ansonsten nichts mit dieser Website zu tun hat, ganz zu schweigen. Seit wann ist die Bloggerszene nur noch ein anonymer, kommerzieller Werbeträger?! Was ist schief gelaufen?

Generell sehe ich das ganze Thema, Geld von Firmen zu erhalten, um ihre Produkte anzupreisen, schwierig, ABER bei einem bezahlten Produkttest hat der Blogger das Produkt wenigstens mal in der Hand gehalten, es bestenfalls getestet und der Leser kann sich auf den gemachten Produktbildern oder -videos dann selbst ein Bild davon machen. Das ist immerhin etwas besser, als ein reiner bezahlter Blogpost, wo kein Produkt getestet wurde und lediglich Werbung stattfindet.

Es geht nicht darum, dass Blogger ihre Möglichkeiten nicht nutzen sollten. Dinge, wie unentgeltliche Produkttests sind eine tolle Sache. Fürs Bloggen Geld zu bekommen wäre jetzt nicht das, was ich persönlich anstrebe, aber wenn die Mädels dabei trotzdem ehrlich bleiben (sofern dies gegen Bezahlung vereinbar ist), soll mir das auch egal sein. Jeder, wie er es mag. Aber sobald es anfängt, so anonym zu werden und irgendwie sinnlos und nur fürs Geld, so wie zum Beispiel so ein reiner "theoretischer" Werbepost, ohne jeglichen praktischen Bezug zum Produkt, hört es für mich auf. Da kann ich auch auf die Werbeblogs der Firmen gehen und mir deren Werbung durchlesen, macht keinerlei Unterschied. 

Was sagt ihr zu dem Thema? Wie steht ihr zu bezahlten Werbeposts? 
Liebe Grüße, Mona <3


Kommentare:

  1. Das Thema kenne ich nur all zu gut. Solche Anfragen bekomme ich auch sehr oft, aber ich lehne grundsätzlich ab was nicht zu mir und meinem Blog passt. Dass ich solche Posts auf anderen Blogs sehe, stört mich weniger, denn jeder muss selbst entscheiden. Für mich kommt sowas nie in Frage.

    viele liebe Grüße
    Melanie / www.goldzeitblog.blogspot.de

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  2. Hallo meine Liebe :)
    Ich kann dazu nicht so viel sagen, ich glaube mein Blog ist zu klein und zu neu dafür :D Aber ich würde auch niemals ein Produkt bewerben, welches ich nicht selber kenne oder getestet habe. Ich weiß doch gar nicht, worüber ich dann da schreibe und kann es nicht beurteilen...
    Ich wünsche dir einen schönen Abend!
    VIele Grüße
    Juli von Lebenlautundleise

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  3. A very nice blog, congratulations for your work!!!kiss
    👌👌👌💚💚💚

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  4. Liebe Mona,
    wie du ja weißt,teile ich deine Meinung da sehr! Ich finde es auch nicht in Ordnung Sachen vorzustellen und zu bewerten, nur weil man mal angeschrieben wurde oder Geld dafür bekommt. Das macht absolut keinen Sinn für mich.
    Mich nervt es auch, wenn jeder zweite Post oder jedes zweite Video irgendwie gesponsert ist, das macht dann auch keinen Spaß, wenn da nix "eigenes" kommt.
    Liebste Grüße an dich <3
    Therese

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  5. Liebe Mona, erst einmal herzlichen Dank für Deinen Kommentar auf meinem Blog; ich habe Dir dazu darunter geantwortet :) Nun habe ich mir mal Deinen Beitrag durchgelesen und finde diese Entwicklung wirklich ganz traurig und auch beschämend, ich kann verstehen, dass Dich sowas ärgert. Mir ist sowas schon häufiger auf Youtube und Instagram aufgefallen, erst dadurch habe ich dann gemerkt, dass es sich um Werbeprodukte handelte, weil manche eben kennzeichnen und andere nicht. Wenn mir sowas auffällt, entabonniere ich die Leute, da bin ich sehr schmerzfrei geworden, egal, wie sympathisch sie mir vorher waren. Es würde mir auch schwerfallen zu glauben, dass die Kennzeichnung "vergessen" wurde. Allerdings glaube ich, dass das bei manchen pure Verzweiflung ist. Der Konkurrenzdruck und der Druck, den viele sich noch obendrauf packen, ist immens, jeder will Erfolg mit seinem Blog usw. und dann gehen manche über Leichen, um an ihr Ziel zu kommen. Auch die Firmen, die den Bloggern vorgeben oder darum bitten, die Produkte nicht zu kennzeichnen werden irgendwann merken, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Irgendwie kommt es ja doch meistens raus, weil es Gott sei Dank immer Blogger gibt, die sich an die Spielregeln halten. Ganz liebe Grüße

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    1. Hallo liebe Andrea :) Ja, den Kommentar auf deinem Blog habe ich gelesen, freut mich, dich als neue Leserin begrüßen zu können! :) Ich folge dir ja bereits seit einigen Monaten hihi!
      Mit dem genannten Konkurrenzdruck hast du völlig recht und diese Entwicklung ist halt echt traurig zu beobachten, da Bloggen doch eigentlich einfach nur ein schönes, zwangloses Hobby sein kann/soll.. Aber du hast recht; es gibt ein Glück immer noch super viele liebe und vor allem ehrliche Mädels da draußen, die das alles sportlich sehen und einfach transparent mit allem sind und so soll es ja auch sein.
      Liebe Grüße an dich! Mona

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  6. Hallo Mona :)
    Ich finde, dass auch die PR-Agenturen einen gewichtigen Anteil haben. Wenn eine PR-Firma bei einer Anfrage bereits im Vorfeld formuliert, dass der Artikel zu dem jeweiligen Produkt unbedingt positiv sein muss, und noch einige Bedingungen dazu stellt, erzeugt das für die Blogger Druck. Zumindest für die Art Blogger, die es sich mit der PR Firma nicht "verderben" wollen, oder Sorge haben keine Gratisprodukte mehr zu bekommen, wenn sie kritische Bewertungen und Artikel schreiben. Letztendlich muss jeder Blogger für sich entscheiden, ob man sich selbst treu bleibt, unabhängig von den verlockenden, finanziellen Angeboten. Eine seriöse PR Firma oder Hersteller kann mit konstruktiver Kritik gut arbeiten, ohne den Blogger von der Liste zu werfen.
    Ich lehne Anfragen, die gar nicht zu meinem Blog passen freundlich ab, vor allem solche, die Forderungen an den Tag legen, die gegen die Transparenz sprechen. Nach dem Motto: "die Leser bekommen das ja eh nicht mit". Ein gewaltiger Irrtum! Leider lassen sich immer wieder Blogger für dumm verkaufen und fallen auf diese Masche rein.

    Du fragtest: "Seit wann ist die Bloggerszene nur noch ein anonymer, kommerzieller Werbeträger?! Was ist schief gelaufen?"

    Ich glaube die Antwort dazu splittet sich in mehrere Begründungen. Ab dem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass man mit Beauty-Blogs auch Geld verdienen kann, explodierten die Neugründungen von Beauty-Blogs, denn es schien ja so einfach zu sein. Gratisprodukte erhalten, ein paar Fotos knipsen, bisschen Text dazu und fertig ist das große Geld. Mit der Zeit trennte sich die Spreu vom Weizen, und die PR-Firmen wurden mit der Zusendung von Produkten an Blogger differenzierter. Zahlen wurden wichtig, SEO über alles! Einerseits verständlich, jedes Marketing ist erfolgreicher, je größer die Reichweite des jeweiligen Bloggers ist. Aber mittlerweile lesen sich viele Blogs wie Magazine, ähnlich der Printmedien. Mir ist es wichtig, dass eine Produktbewertung ehrlich transportiert wird, ausführlich und gut bebildert, sodass ich mir als Leserin ein detailliertes Bild machen kann. Glaubwürdigkeit allen voran. Die verpflichtenden Kennzeichnungen sind bei Bloggern, die das als Hauptberuf machen sowieso zu vermerken, bei privaten Blogs ist die Sachlage nach wie vor im Graubereich. Ist es Werbung, oder doch nur ein unverbindlicher Produkttest? Ist es Werbung, wenn ich mir selbst ein Produkt kaufe, und dieses auf meinem Blog vorstelle? Bewerbe ich damit das Produkt? Ist es Sponsoring, wenn ich als Gegenleistung nur das Produkt erhalte, ohne zusätzlicher Bezahlung? Usw, Fragen über Fragen, für die es mittlerweile im Netz genug Antworten, und Tipps gibt. Jeder seriöse Blogger, der nicht nur sich, sondern auch den Lesern gegenüber ehrlich sein möchte, wird die Pflichten der grundlegenden Kennzeichnung einhalten, zumindest gehe ich davon aus. Ehrlich gesagt, achte ich bei anderen Blogs nicht immer darauf, bei einigen weiß ich schon im Vorfeld, dass es PR-Samples sind, ohne, dass dies extra vermerkt wird. Vor allem dann, wenn Produkt XY innerhalb kürzester Zeit vielfach in der Bloggerszene zu sehen ist. Dennoch gibt es gottseidank noch genügend Blogger, die trotz gesponserter Beiträge ihre Meinung ehrlich vermitteln und auch Kritik, sofern diese angebracht ist, mit einfließen lassen.

    Liebe Grüße, Petra :)

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    1. Hallo liebe Petra, vielen Dank, für deinen Kommentar! :)
      Ich finde es auch furchtbar, was Firmen teilweise von Bloggern erwarten. Man hat ja auch schon oft genug Geschichten gesehen, wo Firmen explizit im Schriftverkehr darum bitten, nicht anzugeben, dass es Werbung ist. Und leider machen dies dann eben, wie du schon sagtest, viele Blogger einfach, aus Angst, für die Firma zukünftig sonst nicht mehr attraktiv zu sein.. Die Mädels verlieren sich dabei immer mehr, Hauptsache, man gefällt. Aber wie du ja auch schon sagst: Die meisten, die das alles wirklich ernst nehmen bzw. auch einfach ehrlich zu sich und ihren Lesern sind, halten sich an Transparenz.
      Liebe Grüße an dich, Mona :)

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  7. Ich bin auch der Meinung, dass man alles kennzeichnen muss, tue ich auch immer, damit meine Leser immer wissen, dass ich zB über ein PR Sample schreibe. Solche Angebote, wie du beschreibst nehme ich grundsätzlich auch nicht an, da mir da auch der Bezug fehlt. In der Regel gehe ich nur auf Anfragen ein, wo ich ein Produkt zum Testen bekomme und meine freie Meinung dazu schreiben kann.

    Lieber Gruß ♥

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  8. Ich finde es auch immer traurig zusehen, das ich Anfragen bekomme, die ich aus Gründen der Kennzeichnung ablehne und andere die Kooperation dann annehmen, um das Geld einzusammeln. Für viele ist Transparenz immer noch ein Fremdwort. Das schlimme ist auch, dass sich durch solche Blogger, die Zustände auch nicht verbessern. Wenn alle strickt solche Kooperationen ablehnen, dann müsste man darüber eigentlich gar nicht mehr disskustieren,
    Liebe Grüße
    Sarah

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